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Umgangsrecht, Beratung und Unterstützung bei der Ausübung

Kinder und Jugendliche, Eltern, andere Umgangsberechtigte sowie Personen, in deren Obhut sich das Kind befindet, können Beratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts erhalten.

Beschreibung

Ein Kind hat das Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen, d. h. Mutter und Vater zu sehen und zu sprechen. Jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt. Das Umgangsrecht besteht unabhängig vom Sorgerecht und hat zum Ziel, die kindliche Entwicklung zu fördern. Dementsprechend haben Großeltern und Geschwister sowie andere enge Bezugspersonen, die tatsächlich Verantwortung für das Kind tragen oder getragen haben, dann ein Recht auf Umgang, wenn dieser dem Wohl des Kindes entspricht.

Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts. Sie werden vom Jugendamt darin unterstützt, dass die zum Umgang berechtigten Personen von diesem Recht zu ihrem Wohl Gebrauch machen. Eltern, andere Umgangsberechtigte (z. B. Großeltern) sowie Personen, in deren Obhut sich das Kind befindet (z. b. Pflegeeltern), haben ebenso Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts. Das heißt, dass das Jugendamt diese Personen über die rechtlichen Fragen eines Umgangsrechts informieren kann und darf. Der Anspruch auf Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts geht über eine rechtliche Beratung hinaus. Das Jugendamt kann hier beispielsweise Briefe verfassen und vermittelnde Gespräche führen. Abhängig von den Umständen des Einzelfalles kann es auch sein, dass eine solche weiterführende Hilfestellung nicht möglich ist. 

Dem Jugendamt stehen bei der Wahrnehmung seiner Aufgabe keine Mittel zur Verfügung, Umgangskontakte zwangsweise durchzusetzen. Es ist daher auf die Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten angewiesen. 

Verfahrensablauf

Wenn Sie Beratung und Unterstützung benötigen, wenden Sie sich an das für den Wohnsitz des Kindes zuständige Jugendamt.

Hinweise

Nur wenn der Umgang mit einem Elternteil dem Kindeswohl abträglich ist, kann das Familiengericht das Umgangsrecht eines Elternteils einschränken oder ausschließen. Bei Eltern, die nicht in der Lage sind, sich zu einigen, kann das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils dessen Befugnis zum Umgang regeln. Auch fallen Beschränkungen des Umgangsrechts in die Zuständigkeit des Familiengerichts, dies immer unter der Maßgabe des Kindeswohls. Das Kind wirkt im Verfahren mit. Bei großen Problemen erhält es zur Unterstützung einen Beistand, der seine Interessen vertritt und es über alles informiert. Über 14-Jährige haben die Möglichkeit, sich selbst zu vertreten. Beim Umgang mit hochstrittigen Eltern kann ein Umgangspfleger oder eine Umgangspflegerin helfen, dass die tatsächlichen Vereinbarungen zum Umgangsrecht auch eingehalten werden, z. B. indem Zeit, Ort und Übergabe des Kindes bestimmt werden. Zur Vollstreckung der Sorgerechts- und Umgangsentscheidungen kann das Gericht ein Ordnungsgeld gegen Eltern verhängen, wenn z. B. Umgangsvereinbarungen nicht eingehalten worden sind.

Neben der Beratung und Unterstützung durch das Jugendamt kann das Familiengericht bei besonderen Problemlagen in Absprache mit dem Jugendamt auch einen sogenannten "begleiteten Umgang" anordnen, der den Kontakt nur in Anwesenheit einer mitwirkungspflichtigen dritten Person ermöglicht.

Kosten

Die Beratung und Unterstützung ist kostenfrei.

Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (siehe BayernPortal)
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